|
Der dringende Bedarf kleinbäuerlicher Betriebe und der daraus folgende Trend zur Motorisierung führte zur Entwicklung des legendären Typ 80. Sein Einzylindermotor wies anfänglich 13 PS bei 1500 U/min auf. Die Leistung wurde im Zuge der Weiterentwicklung der Motorbaureihe auf 15 PS/Zylindereinheit angehoben. Der Volksmund nannte den Traktor bald liebevoll seinen „Steyr 15er“.
Der legendäre „15er“
Das geringe Gewicht von nur 1.200 kg machte seine Eignung für alle landwirtschaftlichen Arbeiten des Kleinbetriebes, vor allem für Grünlandbetriebe, aus. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehörten ein auf seine niedrige Bauart gut abgestimmtes Fingermähwerk, eine Zapfwelle für den Antrieb von Anbaugeräten und eine Riemenscheibe zum Betrieb stationärer Maschinen. Mit 45.068 Exemplaren, die bis 1964 vom Steyr 80 entstanden, hat dieser Traktor die höchste Stückzahl eines Einzeltyps aus dem Hause Steyr erreicht. 1950 betrug sein Verkaufspreis 23.000 Schilling.
Mit dem Typ 80 a bot Steyr ab 1950 eine Ausführung mit größerer Bodenfreiheit an, die besonders geeignet für die Hackfruchtbearbeitung war. Seine Kennzeichen: Die größere Bereifung, 8 - 36 auf Verstellfelgen und eine Verstellvorderachse. Der 80 a wurde in 14.357 Stück bis 1956 produziert und zu einem Preis von 25.200 Schilling verkauft. Schon 1951 baute Steyr mit dem Typ 80 s den ersten 1100 mm breiten Schmalspurtraktor für den Einsatz in Reihenkulturen. Er leitete sich in den Hauptaggregaten vom Typ 80 ab. Bis 1963 verließen 376 Stück das Werk. Als robuste Zugmaschine für Großbetriebe produzierte Steyr ab 1952 den Typ 280. Er hatte den Vierzylindermotor aus der Baureihe 13 mit einer Leistung von 60 PS bei 1650 Umdrehungen/min und ein 5/1 Gang ZF Getriebe installiert. Mit seinem Eigengewicht von 3.100 kg war er damals als schwerer Zugtraktor ohne hydraulisches Hubwerk nur für angehängte Geräte konzipiert. Die Produktion lief bis 1957 und umfasste 826 Stück zum Verkaufspreis 103.000 Schilling.
Rasante Weiterentwicklung
Die ersten Nachfolgemodelle wiesen bereits integrierte Weiterentwicklungen auf. Die Doppelkupplung erlaubte eine Motor- statt der Getriebezapfwelle. Verbesserte Zugeigenschaften folgten aus längeren Radständen und größerer Hinterradbereifung. Als erstes Modell wurde der Typ 180 im Jahre 1953 durch den Typ 180 a ersetzt. Ab 1956 ging die erweiterte Baureihe der Typen 84 in Produktion. Die Motorleistung ihres Einzylindermotors erhöhte sich für diese Baureihe auf 18 PS. Wie bei der Baureihe 80 gab es auch hier eine Ausführung 84, 84 a für Hackfruchteinsatz, 84 s als Schmalspurtraktor und eine Ausführung 84 e mit Schnellgang und Wendegetriebe sowie gefederter Vorderachse.
Ebenfalls ab 1956 entstand die Baureihe 182 - mit einer Leistungssteigerung auf 36 PS, 6/1 Gang Getriebe sowie bereits mit einer größeren Bereifung. Der Typ 182 a wies ein 8/4 Gang Gruppengetriebe speziell für den Einsatz mit Vollerntemaschinen auf. Die Baureihe 182 wurde 1959 von den Typen N 180 a, N 182 und N 182 a abgelöst, die sich durch eine verbesserte Einstiegs-Ergonomie, eine niedrigere Bauweise und damit bessere Sichtverhältnisse auszeichnete.
1955 kam der Typ 185 mit Dreizylindermotor und einer Leistung von 45 PS hinzu, der als 185 a mit 55 PS ab 1958 gebaut und zum Preis von 78.500 Schilling verkauft wurde. Ab 1958 wurde der Typ 280 a gebaut - mit 68 PS.
Traktoren ersetzten Pferde und Kühe
Alle diese Traktoren erfüllten die Aufgabe der Erstmechanisierung mit vorwiegend gezogenen Geräten. Erst allmählich kamen angebaute und angetriebene Geräte zur Anwendung, woraus sich die Ausrüstung der Traktoren mit Hubwerken und Zapfwellen ergab.
Der Bestand an Traktoren in Österreich stieg bis 1957 auf 78.748; 1962 waren es bereits 147.253 Traktoren. Dieses enorme Wachstum entsprach damals einer durchschnittlichen jährlichen Zunahme von nahezu 14.000 Traktoren.
<< zur Übersicht
>> Die ersten Schritte
>> Die ersten Steyr-Traktoren Modelle
>> Die Entwicklung der Produktpalette
>> Baureihen und Bestseller
>> Die Entwicklung des Unternehmens
>> Highlights und Bestseller
>> Steyr-Traktorenbau seit 1947
>> Traktorwerbung im Spiegel der Zeit
|